Wichtige Reiseinformationen

Libanon

 

1. Libanon, ... die Schweiz des Orients

1.1. Die gegenwärtige Situation

Einer offiziellen Statistik zufolge besuchten noch im Jahr 1970 knapp eine Million Touristen die "Schweiz des Nahen Ostens". Dieser Ruf kam nicht von ungefähr. Schneebedeckte Berge, palmengesäumte Boulevards und Strandpromenaden, eine Bank an jeder Ecke und ein Nachtleben, das seinesgleichen suchte: Beirut, die "Perle des Orients", galt nicht zu Unrecht als Mittlerin zwischen zwei Kulturen. Der Krieg hat vieles davon gründlich zerstört. Wer heute an den Libanon denkt, hat vor allem Bilder aus unseren Medien im Kopf: Geiselnahmen und Bomben. Doch dieses Bild trifft nicht mehr zu, genauso wenig wie das Postkartenidyll aus der Vorkriegszeit, das die sozialen und politischen Ursachen des Krieges dezent unter den Teppich kehrte, ein realistisches Bild vom Libanon zeichnete. Der Krieg ist nun seit Jahren vorbei: Wer heute den Libanon bereist, spürt vor allem den ungebrochenen und nach eineinhalb Jahrzehnten Krieg bewundernswert starken Willen der Libanesen zum Wiederaufbau. In der Tat gibt es in dieser Hinsicht viel zu tun, doch daß das Land nur noch aus Ruinen bestünde, ist nichts als eine Klischeevorstellung, die der Realität nicht standhält. Viele Landesteile blieben von Zerstörung und Verwüstung unberührt. Nutzen Sie die jetzige Situation, Land und Leute in einer Art und Weise kennenzulernen, die in den Zeiten des "Massentourismus" nicht vorstellbar war.

1.2. Das Umland

Lassen Sie Beirut hinter sich und fahren Sie durchs Land. Die schon in der Antike gerühmte landschaftliche Schönheit und die so überaus reichhaltige Kultur der Libanesen erschließen sich erst richtig im Landesinneren. Erkunden Sie die malerischen Bergdörfer, die sich ihre alte Atmosphäre bewahrt haben: rote Ziegeldächer, Rundbogenfenster, verspielte, schmiedeeiserne Ziergitter vor blumengeschmückten Balkonen, orientalische Arkaden.
Die traditionellen libanesischen Häuser spiegeln schon in sich die Mischung aus Orient und Okzident wieder, die für den Libanon so charakteristisch ist. Toskanische Baumeister, vom Drusenfürsten Fakhr Ed Din im 17. Jahrhundert ins Land gerufen, inspirierten diese Mischung aus West und Ost. Besuchen Sie den Chouf, die Heimat der Drusen: In Beit Ed Din und Deir Al Qamar stehen einige besonders schöne Beispiele orientalischer Palastarchitektur. Erkunden Sie Tripolis, die Metropole des Nordens, deren abwechslungsreiche Geschichte sich in der Kreuzfahrerzitadelle und in mittelalterlichen Basarstraßen, in Moscheen und türkischen Bädern (Hamams) dokumentiert. Entdecken Sie Baalbek in der Bekaa-Ebene: Highlight und absolutes Muß für jeden Libanon Aufenthalt. Das gleiche gilt für Byblos (arab. Jbail), das auf eine knapp sechs Jahrtausende alte Geschichte zurückblicken kann. Wie wäre es mit einem Picknick im wildromantischen Tal des Nahr Ibrahim? Um ihn, den Adonisfluß der Antike, rankt sich die Legende von Venus und Adonis, dessen Blut alljährlich im Frühling das Wasser rötlich färbt.
Weiter im Süden, in Saida (früher Sidon), wandeln Sie hingegen auf den Spuren der Kreuzfahrer, die eine vom Wasser umspülte Burg im Meer zurückließen. Noch weiter südlich, in Tyrus (arab. Sour), finden Sie eines der ausgedehntesten Ruinenfelder der Antike. Phönizier und Griechen, vor allem aber die Römer bauten hier, und die UNESCO entwickelte bereits ein Programm zur Sicherung der antiken Stätten sowie zu weiteren Grabungen.
Mythologie auch hier: Die Königstochter Europa, die von Zeus in Stiergestalt entführt wurde und die dem Kontinent ihren Namen gab, stammte aus Tyrus - nicht anders als Dido, die Königin von Karthago, einer tyrenischen Kolonie aus dem 7. Jahrhundert vor Christus.
Wenn Sie nach all den Besichtigungen sich lieber einmal faul in die Sonne legen oder baden wollen: Die Küste des Libanon besteht zwar überwiegend aus Felsen, doch es gibt auch diverse Sandstrandabschnitte. Als bestgepflegter Streifen gilt der Sandstrand südlich von Byblos. Sonnenbaden oben ohne ist hierzulande allerdings verpönt, Sie befinden sich im Orient. Wasserski und Surfen sind zwar gang und gäbe, doch zumeist in privaten Clubs.
Die Skigebiete bei Les Cèdres oder Faraya hingegen stehen jedermann offen. Saison ist im Februar und März, je nach Wetterlage aber auch schon ab Januar. Seinen schneebedeckten Bergen verdankt der Libanon (arab. Ubnan) seinen Namen.
Lassen Sie sich mitreißen, Sie müssen heutzutage nicht mehr mutig sein, um hierher zu reisen. Eines ist Ihnen gewiß: ein Urlaub, den Sie so nicht werden missen wollen.

2. Allgemeine Informationen

2.1. Einreisebestimmungen:
Für die Einreise in den Libanon muß Ihr Paß noch mindestens 3 Monate gültig sein und darf keinen israelischen Sichtvermerk enthalten. Das Visum - auch Individualvisum - erhalten Sie bei der Einreise.

2.2. Fotografieren:
Checkpoint und alles, was zum militärischen Bereich gehört, meiden Sie besser. Aus religiösen Gründen lassen sich in den moslemischen Landesteilen Frauen, anderswo z.B. auch die Drusenscheichs, nicht immer oder nur sehr ungern fotografieren. Filme kann man überall kaufen, doch empfiehlt es sich gelegentlich, auf das Verfallsdatum zu achten. Die Preise sind etwas teuerer als in Deutschland.

2.3. Bekleidung:
Sommerliche, leichte Kleidung reicht normalerweise völlig aus. Im Winter, aber auch im Frühjahr, ist für abends vor allem in den Bergen ein dicker Pullover anzuraten. Sie können sich im Libanon ganz wie bei uns kleiden.
Es versteht sich, daß Frauen, wenn Sie eine Moschee besuchen, nicht im Minirock oder in Shorts auftreten. Analoges gilt auch für Männer.

2.4. Leihwagen:
Mietwagenrundreisen im Libanon stellen i.d.R. kein großes Problem das. Die Straßen sind gut ausgebaut und im allgemeinen auch englisch beschildert.
Dennoch ist es bequemer, sich nicht selbst hinters Steuer zu setzen. Wir vermitteln gerne auch einen Mietwagen mit Chauffeur, der Ihnen sicherlich auch als Reisebegleiter sehr hilfreich sein wird.

2.5. Wochenende:
Am Freitag (islamisches Wochenende) sind Behörden und Geschäfte geöffnet. Das Wochenende ist wie bei uns Samstag und Sonntag.

2.6. Ramadan:
Im Libanon wird der Ramadan nicht so streng eingehalten, wie in Syrien, Jordanien, Jemen und Oman. Man sollte jedoch nicht in Gegenwart von Fastenden Rauchen, Essen oder Trinken.
Der Ramadan im Jahr 2001 wird voraussichtlich am 16. November beginnen. Anfang und Ende des Ramadans ist abhängig vom Mond.
Der Ramadan verschiebt sich jedes Jahr um ca. 10 Tage nach vorne.

2.7. Beste Reisezeit:
Die beste Reisezeit liegt zwischen März und Oktober, im Juli und August kann es an der Küste wegen der hohen Luftfeuchtigkeit sehr schwül werden. Wer zum Skifahren kommen möchte, sollte dies im Februar/März tun. Dann liegt genügend Schnee auf den Bergen.

 

Libanon-Info
B