
Hinweis: Wir haben diese Termine nach bestem Wissen recherchiert, können jedoch leider keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben übernehmen.
Name des Festivals 2007 2008 2009 2010 Rajasthan 17.11.-24.11. 05.11.-13.11. 25.10.-02.11. 13.11.-21.11. Rajasthan 25.02.-28.02. 13.02.-16.02. 02.02.-05.02. 22.02.-25.02. Rajasthan Baneshwar Fair 29.01.-02.02. 17.02.-21.02. Rajasthan
(Jaisalmer) 31.01.-02.02. 19.02.-21.02. 07.02.-09.02. 28.01.-30.01. Rajasthan
(Jaisalmer) Ramdevra Fair 21.09.-22.09. 09.09.-10.09. 29.08.-30.08. 17.09.-18.09. Rajasthan (Ladakh) Hemis-Festival 25.06.-26.06. Rajasthan (Jaipur) 21.03.-23.03. 08.04.-10.04. 29.03.-31.03. 18.03.-20.03. Rajasthan (Jaipur) 03.03. 21.03. 10.03. 28.03. Rajasthan (Jaipur) 15.08.-16.08. 04.08.-05.08. 24.07.-25.07. 12.08.-13.08. Rajasthan (Jodhpur) Marwar-Festival 25.10.-26.10. 13.10.-14.10. 03.10.-04.10. 21.10.-22.10. Rajasthan (Udaipur) Mewar-Festival 16.03. 03.04. 23.03. 12.03. Rajasthan (Bikaner) Kamel-Festival 02.01.-03.01. 21.01.-22.01. 10.01.-11.01. 31.12.-01.01. Rajasthan (Bharatpur) Brij Festival 02.02.-04.02. 02.02.-04.02. 02.02.-04.02. 02.02.-04.02. Rajasthan (Kota) 19.10.-21.10. 07.10.-09.10. 26.09.-28.09. 15.10.-17.10. Rajasthan (Mt. Abu) Sommer Festival 30.04.-02.05. 18.05.-20.05. 07.05.-09.05. 26.05.-18.05. Rajasthan (Mt. Abu) Winter Festival 29.12.-31.12. 29.12.-31.12. 29.12.-31.12. 29.12.-31.12. Rajasthan (Alwar) Alwar Festival 09.02.-11.02. 08.02.-10.02. 13.02.-15.02. 12.02.-14.02. Rajasthan (Bundi) Kajli Teej 30.08.-31.08. 18.08.-19.08. 08.08.-09.08. 26.08.-27.08. Rajasthan (Maharvirji) Mahavirji Fair 27.03.-02.04. 14.04.-20.04. 03.04.-09.04. 24.04.-30.04. Rajasthan
(Jaipur & Chaksu) Shitala Ashtami 12.03. 28.03. 19.03. 08.03. Rajasthan (Bikaner) Kolayat Fair 20.11.-29.11. 09.11.-18.11. 29.10.-07.11. 17.11.-26.11. Gujarat
(Ahmedabad) Internationales
Drachen-Festival 13.01-15.01. 13.01-15.01. Gujarat (Modhera) Tanz-Festival 18.01.-20.01. Gujarat (Dang) Dangs Darbar 01.03.-03.03. Gujarat
(Chota Udepur) 04.03. 21.03. 11.03. 01.03. Goa 06.02.-08.02. 17.02.-20.02. bei Mumbai Elefanten-Festival 23.02.-24.02. Uttaranchal
(Rishikesh) Internationale Yoga-Woche 01.03.-07.03. Februar MadyaPradesh
(Khajuraho) 25.02.-02.03. Bihar 25.11.-15.12. landesweit Makar Sankranti 14.01.-15.01.Diese Seite befindet sich noch im Aufbau und wird von uns nach Möglichkeit immer wieder ergänzt und aktualisiert.
Gangaur Festival
Indische Feste mit ihren wogenden Menschenmassen, ihrer Flut von Bildern, Farben und Gerüchen, die auf den Besucher einstürmen. Viele Reisende sind von diesen Eindrücken überwältigt, manche aber auch irritiert und abgeschreckt. Wer je das Chaos indischer Wagenfeste miterlebt hat oder in den Trubel des Holi-Festes geraten ist, kann dies nachvollziehen. Es gibt jedoch, und wen würde das wundern, auch eine ganz andere Ausdrucksform indischer Feste. Indien, natürlich immer wieder in seiner berauschenden Farbenpracht, aber auch von seiner anmutigen und lieblichen Seite, kann man beim Gangaur-Fest in Rajasthan erleben.Das Fest ist der Göttin Gauri gewidmet. Gauri ist sozusagen der „Mädchenname“ der mächtigen Durga, die in ihrer Erscheinungsform als Gauri eine Art hinduistische Urform der liebenden Braut und Gattin verkörpert. Sie hatte sich einst nach der hinduistischen Mythologie für ihren Gatten Rudra (Shiva) geopfert und wurde in einer neuen Manifestation als Parvati zu seiner Frau. Dieses Idealbild der liebenden Braut, der hingebungsvollen und sich aufopfernden Gattin, lebt im Gangaur-Fest weiter. Seine besondere Bedeutung quasi als Hommage an die eheliche Liebe wird bereits im Namen selbst deutlich. Gan steht als Synonym für Shiva und Gaur bzw. Gauri bezeichnet Parvati. Als Gangaur vereint, symbolisieren sie das vollkommene Eheglück.
Gangaur wird vor allem von Frauen und Mädchen begangen. Indem noch nicht verheiratete Mädchen sowie Ehefrauen der Göttin Gauri huldigen, bringen sie zum Ausdruck, dass sie Gauri auch für sich als Ideal und Vorbild verehren. In ihre Verehrung schließen die jungen Mädchen die Bitte an die Göttin um einen Mann ihrer Wahl ein, während die verheirateten Frauen das Wohlergehen ihres Ehemannes und ein langwährendes Eheglück erflehen. Hier offenbart sich, das Gauri auch als eine Art Reflex der häufig völlig anders gearteten und harten sozialen Realität Indiens zu sehen ist. Denn im wirklichen Leben ist es den indischen Mädchen meistens gerade nicht möglich, ihren Mann selbst zu wählen. Und für indische Frauen gibt es kaum ein schwereres Schicksal, als früh den Ehemann zu verlieren und als recht- und mittellose Witwe weiterleben zu müssen.
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Dem einzigartigen romantischen Zauber von Gangaur tut dies keinen Abbruch und zu Recht gilt es als eines der schönsten Feste von Rajasthan. In früheren Zeiten wurde Gangaur auch an den Rajputhen-Höfen mit großem Pomp begangen, wovon viele herrliche Miniaturmalereien beredtes Zeugnis ablegen. In manchen Orten hat sich diese Tradition bis heute bewahrt und von der Bevölkerung wird das Gangaur- Fest nach wie vor als Frühlingsfest mit großer Begeisterung gefeiert.
Bereits mit dem Ende des Holi-Festes beginnen die Feierlichkeiten und dauern insgesamt fast drei Wochen. Es ist der indische Monat Chaitra, also März/April, und um diese Jahreszeit sind die Temperaturen noch recht angenehm. Aus der Asche der Holi-Feuer modellieren die Frauen kleine Idole von Gauri und Shiva, die unter Zeremonien und Gebeten in den Tempeln und Hausaltären aufgestellt werden. An den folgenden Tagen ziehen die Frauen und Mädchen, angetan mit ihren schönsten Saris, in die Tempel und singen Lieder zu Ehren der Gottheiten. Beginnend mit dem siebten Tag nach Holi kann man kleine Gruppen unverheirateter Mädchen beobachten, die sog. Ghudlias auf ihren Köpfen tragen. Das sind Tontöpfe mit vielen Löchern, in deren Inneren eine Öllampe brennt. Auch diese Mädchen haben ihre schönsten Gewänder angelegt und wandern in den Abendstunden mit den Ghudlias auf ihren Häuptern singend durch die Straßen ihres Quartiers.Den Höhepunkt erreichen die Feierlichkeiten kurz nach dem Chaitra-Neumond an den drei letzten Tagen des Festes. Die Legende weiß hierzu zu berichten, dass Gauri/Parvati während der gesamten Festperiode bei den Menschen weilt, um sie zu beglücken. An den festlichen Höhepunkten der Schlusstage kommt Shiva zu ihr und holt sie wieder zu sich heim. Dies muss ganz besonders gefeiert werden.
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An diesen Tagen finden in vielen Orten glanzvolle Festzüge mit Bildnissen der Göttin und ihres Gemahls statt, die in prächtige Gewänder gehüllt und mit Schmuck und Blumengirlanden behängt, von den Frauen und Mädchen durch die Straßen getragen werden. Besonders eindrucksvoll sind die Festlichkeiten zum einen in Jaipur, wo der Palast des Maharadscha Ausgangpunkt einer prunkvollen Prozession ist. Angeführt von kunstvoll dekorierten und bemalten Elefanten, Kamelen und Pferden und begleitet von Musikern, Tänzern und Festwagen wird die Göttin Gauri in einer prächtigen Sänfte durch die Stadt geführt. Frauen mit kostbaren, golddurchwirkten Saris und angetan mit herrlichem Goldschmuck führen traditionelle Tänze auf.
Ein anderes, ganz spezielles Highlight bilden die Feierlichkeiten in Udaipur, wo das Gangaur-Fest auch unter dem Namen Mewar-Fair bekannt ist. Hier versammeln sich Gruppen von Frauen und Mädchen der verschiedenen Stadtquartiere, um jeweils für sich ihre Götterbildnisse von Gauri und Shiva mit prächtigen Kleidern, Blumen und Geschmeide zu schmücken. Die einzelnen Quartiersgemeinschaften formieren sich dann am Nachmittag zu einer Vielzahl von kleinen Prozessionen, bei denen die oft mannshohen Idole auf den Köpfen der Frauen zum Gaungaur-Ghat am Pichola-See getragen werden. Dutzende von prunkvollen Götterbildnissen und Hunderte farbenprächtig gekleideter Frauen treffen hier vor der Traumkulisse des Pichola-Sees zusammen. Viele Frauen haben ihre Hände kunstvoll mit Henna gefärbt, ihre farbenprächtigen mit Gold und Silber durchwirkten Saris erstrahlen im warmen Sonnenlicht. In einer heiteren und anmutigen Atmosphäre führen sie Tänze zu Ehren der Gottheiten auf, vollziehen Pujas und verwöhnen die Idole mit ausgesuchten Aufmerksamkeiten, z.B. duftenden Blüten. All dies vereint sich zu einem schier überwältigenden Anblick, einem wahren Farbenrausch und Fest für alle Sinne.
Als krönender Abschluss werden Idole auf festlich hergerichtete Boote gesetzt und unter Gesang und Zeremonien in einer Schiffsprozession über den See geleitet. Auch von der berühmten Palast-Insel „Lake Palace“ starten prachtvoll geschmückte Boote mit Bildnissen der Gottheiten, begleitet von den Mitgliedern der Maharadscha-Familie. Jahr für Jahr lässt sie es sich nicht nehmen, durch ihre persönliche Teilnahme dem Gangaur-Fest zusätzlichen Glanz zu verleihen. Wer von den faszinierenden Bildern nicht genug bekommen kann, der sollte an den beiden folgenden Tagen erneut zum Gangaur-Ghat gehen, an denen sich das Schauspiel der Prozessionen und Festaktivitäten noch zweimal wiederholt. Natürlich kommen beim Mewar/Gangaur- Fest auch die weltlichen Vergnügungen nicht zu kurz. Dem Besucher präsentiert sich ein bunter Reigen traditioneller Rajasthani-Kultur mit Volkstänzen, Gesängen und anderen folkloristischen Darbietungen. Den spektakulären Höhepunkt bildet jeden Abend ein großes Feuerwerk vor der herrlichen Kulisse der alten Stadt.
Eine geradezu rührend-liebenswerte Zugabe erhalten standhafte Festbesucher, die auch am Morgen nach dem Schlusstag erneut den Weg zum Gangaur-Ghat finden. Ein letztes Mal versammeln sich hier kleine Gruppen von Frauen und Mädchen, jetzt aber ohne Festsari. In Schalen, geschmückt mit Blumen, tragen sie die Miniaturausgaben ihrer Idole Gauri und Shiva, denen sie während der Festperiode in ihren Hausaltären gehuldigt haben, zum Seeufer. Noch einmal singen und beten die Frauen zu ihrer Verehrung und liebevoll werden sie symbolisch mit Speise und Trank verwöhnt. Dann treten die Frauen ans Wasser, ein entschlossener Wurf und die Götterfiguren versinken im See. Erst jetzt ist das Gangaur-Fest von Udaipur wirklich zu Ende.
Für die männliche und weibliche Landjugend bildet die Zeit des Gangaur-Festes eine willkommene Gelegenheit, sich frei und ungezwungen zu treffen und Liebesbande anzuknüpfen. Es verwundert deshalb nicht, dass so manche Ehe schon durch die Göttin Gauri gestiftet wurde. In dieser Hinsicht bietet das Gangaur-Fest eine Ausnahme von den sonst so starren Heiratsbräuchen Indiens und diese Ausnahme wird auch gesellschaftlich akzeptiert. Das Gangaur-Fest bietet so ganz nebenbei einen amüsanten Einblick in die Gepflogenheiten volkstümlichen indischen Lebens. Die Scharen wunderschön gekleideter Mädchen und Frauen und ihr ausgelassenes buntes Treiben machen es zugleich zu einem wahren Augenschmaus. Und auch für den Besucher gerät die allenthalben zu beobachtende heitere Atmosphäre und fröhliche Stimmung von Gangaur zu einem absoluten Vergnügen. Schöner kann man Indien kaum erleben.
Pushkar Fair
Die malerisch zwischen Hügeln und Dünen gelegenen Pushkar-Seen sind zweifellos eine der faszinierendsten religiösen Stätten Indiens. Die Götter selbst haben diesen Platz geheiligt. Der Legende nach flog einst Brahma, der Weltenschöpfer, auf seinem göttlichen “Fahrzeug”, der Wildgans Hamsa, auf der Suche nach einer geeigneten Stelle für ein Opfer über die Erde. An dem Ort der heutigen Seen ließ er drei Lotosblüten auf den Boden fallen. Sogleich sprudelte hier aus drei Quellen Wasser empor und es entstanden drei Seen. Brahma erwählte diesen Platz für sein Opfer und nannte ihn nach dem Lotos “Pushkar”. Vor allem der größte See, Jayeshta-Pushkar, besitzt seither für die Hindus herausragende religiöse Bedeutung.Um den See herum haben sich im Laufe der Zeit über fünfzig Badeghats und mehr als vierhundert Tempel angesiedelt. Der bedeutendste ist Brahma selbst gewidmet, einer von zweien, die es überhaupt nur gibt. Dieser Brahma-Tempel gilt als einer der heiligsten Hindutempel, weil hier der einzige Ort auf Erden sein soll, wo sich Brahma manifestiert hat. Auch für seine Gemahlin Saraswati wurde auf dem steilen Ratnagiri-Hügel oberhalb des westlichen Seeufers ein Tempel errichtet. Von den Badeghats wird der Varah-Ghat als speziell geheiligt angesehen, da hier einst Vishnu in Gestalt eines Keilers erschienen sein soll. Die zwei anderen Hauptghats, der Brahma-Ghat und Gau-Ghat sind für die rituellen Waschungen gleichfalls besonders wichtig.
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Einmal im Jahr zum Vollmond im indischen Monat Kartik (Oktober/November) erwacht der kleine Ort Pushkar in Rajasthan für einige Tage aus seiner Beschaulichkeit und lebhafte Festatmosphäre macht sich breit, es ist Pushkar-Mela. Zu dieser Zeit besuchen die Götter Pushkar und deshalb ist es besonders verdienstvoll und segensreich, im heiligen See ein Bad zu nehmen, um sich von allen Sünden zu reinigen. In einem nicht endenden Strom ziehen deshalb Hunderttausende von Pilgern zu den Tempeln und Badeghats, die rund um den See entstanden sind, um die vorgeschriebenen Zeremonien vorzunehmen. Die Baderituale erreichen ihren Höhepunkt zur Vollmondnacht "Kartik Purnima", in der sie besonders heilsbringend sind. An diesem Tag soll das Bad auch von Krankheit und Unglück befreien. Die Badezeremonien dauern dann bis zum Morgengrauen an und noch nass schieben und drängen sich die Pilger in endlosen buntfarbigen Reihen zum Brahma-Tempel und den anderen Schreinen in den Ghat-Tempeln, um dort zu beten. Diese Nacht hält noch ein ganz spezielles Highlight bereit. Nach der Hektik des Badegeschehens breitet sich nun eine romantische Stimmung über dem See aus, wenn Gläubige Blätterschiffchen mit Blumen und Öllämpchen als Opfer an die Götter auf das Wasser setzen, die dann langsam auf den See treiben. Die Lampen blinken wie Sterne und ihr Licht reflektiert sich vielfach im See. Im Hintergrund schimmert die Kulisse der erleuchteten Tempelghats, die sich schemenhaft an der Uferkante wiederspiegeln. Über der Szenerie wölbt sich der strahlend klare Sternendom des Wüstenhimmels, von dem Millionen Lichter zurückblinken. Ein schier traumhaftes Bild und unvergesslicher Eindruck, der sich tief ins Gedächtnis eingräbt.
Doch die Pushkar-Mela ist nicht nur religiöses Ereignis und spiritueller Glanzpunkt. Für die Dauer der Festtage verwandelt sich der kleine Ort zugleich in einen turbulenten, in seiner Farbigkeit und Vielfalt weithin berühmten Jahrmarkt. Zu Hunderttausenden strömt das Landvolk mit mehr als 50.000 Kamelen, Pferden und anderem Vieh zusammen. Als erste reisen die Männer an, schlagen in den Dünen um den See ihr Lager auf und beginnen mit Ihren Geschäften. Drei Tage vor Vollmond treffen dann die Frauen, in ihre prächtigen Gewänder gehüllt, singend und tanzend in kleinen Gruppen ein. Ihre Arme sind reich behängt mit Silber, Gold und Elfenbein, ihre Saris erstrahlen in den buntesten Farbtönen, ein wahrer Farbenrausch.
Die Stars der Tierschau sind die Kamele, um die ein regelrechter Kult betrieben wird. Sie werden von ihren Besitzern nach allen Regeln der Kunst herausgeputzt, bevor sie den Händlern präsentiert werden. Rundherum haben sich deshalb viele Stände aufgereiht, die all das anbieten, womit man sein Kamel schmücken kann. Buntes Ledergeschirr, Messingknöpfe, kleine Spiegel, kunstvolle und farbenfrohe Sättel und Decken. In den Dünen wird heftig gefeilscht, bevor die Kamele in großer Zahl den Besitzer wechseln. An den Kamelbasar schließen sich die üblichen Jahrmarktsbuden und Volksfestvergnügungen wie Glücksspiele, Essenstände, Devotionalienhändler etc. an. Schausteller, Gaukler, Musik-, Tanz- und Schauspielgruppen bemühen sich nach Kräften, die Besucher zu unterhalten. Für die Pilger aus ihren entlegenen Wüstendörfern eine willkommene Abwechslung von ihrem Alltag.
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Zum Basar kommen auch eine große Anzahl von Händlern und Handwerkern der unterschiedlichsten ländlichen Berufsgruppen. Eine günstige Gelegenheit, hautnah mit dem wirklichen Leben Indiens in Kontakt zu kommen. Dem Indien staubiger Märkte mit Frauen in bunten Saris auf Kamelwagen, die verschämt hinter dem "odhani" (einem dünnen Schal) hervorlugen. Von verwegen aussehende Männergestalten mit eindrucksvollen Schnurrbärten, die sich eine Hookah (Wasserpfeife) teilen, vom Dorfarzt, der mit seiner "Kneifzange" Zähne zieht und vom Schmied, der mit mittelalterlichen Werkzeugen durch geschickte Hammerschläge eine Sichel herstellt. Pushkar bietet all das und noch viel mehr. Natürlich gehören auch Sadhus, echte aber auch falsche, zum Festivaltross, die sich an den Tempeln und Ghats den Gläubigen zur Schau stellen.
Am späten Nachmittag beginnen die Kamelrennen, ein großes Gaudium für die Zuschauer, denn die Reiter sind oft vergeblich bemüht, sich auf ihrem Sitz zu halten und fallen vom Kamel. Dann rollen bunte Turbane durch den Sand und die Reiter hasten ihrem Kamel hinterher, um es einzufangen und wieder aufzusteigen. Auch sonst kommt das weltliche Vergnügen nicht zu kurz. Riesenrad und Karussell sorgen für Nervenkitzel und turbulenten Zeitvertreib. Und über alles breitet sich wie ein Teppich ein teils infernalischer Lärm aus Musik und Sprechdurchsagen, der auch in der Nacht kaum abebbt. Dem Besucher sei deshalb dringend empfohlen, sich in der Zeltstadt für die Touristen einen weiter abgelegenen Schlafplatz zu suchen. Später am Abend versammeln sich die Pilger wieder an ihren Zelten und Lagerplätzen. Der Rauch Hunderter Lagerfeuer steigt in den Wüstenhimmel und im Schein der letzten Sonnenstrahlen hüllt der Dunst von Rauch und Wüstenstaub die ganze Szenerie in ein zartes, geisterhaftes Licht. Gerade jetzt in der Abendstimmung bieten sich dem Betrachter Bilder von geradezu unerhörter Poesie, die er so schnell nicht vergessen wird. Zweifellos ist die Pushkar-Mela mit ihren außerordentlichen Dimensionen und der Intensität sinnlicher Eindrücke ein überwältigendes Erlebnis, das sich kein Besucher von Rajasthan entgehen lassen sollte.
Die Baderituale des Pushkar-Festes beginnen schon einige Tage vor dem Höhepunkt und gleichzeitigem Abschluss des Festes, der Vollmondnacht Kartik Purnima. Auch der Basar und der Kamelmarkt werden bereits einige Tage vorher eröffnet. Das genaue Datum der Pushkar-Mela und anderer wichtiger Festereignisse finden Sie auf unserer Seite unter den Fest-Terminen von Indien.
Wüsten Festival
Das Wüstenfest von Jaisalmer in Rajasthan ist ein romantisches Fest in der märchenhaften Wüstenstadt Jaisalmer unter den Mauern der gewaltigen Befestigungsanlagen. Auch hier stehen die “Wüstenschiffe” im Mittelpunkt der Festlichkeiten. Schon die große Festprozession der reich geschmückten Kamele durch die malerische Altstadt gerät zum wahren Augenschmaus, ebenso wie die Wettkämpfe der in glanzvolle traditionelle Kostüme gekleideten Wüstenkrieger.
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Kamel- und Wagenrennen, Musik und Tanz, ländliche Folklore auf höchstem Niveau und Schönheitswettbewerbe sorgen für eine heitere Volksfestatmosphäre. Bei Vollmond feiert man in den Dünen unter einem überwältigenden Sternenhimmel, ein Erlebnis, wie aus “Tausend und einer Nacht”.
Goa Karneval
Fröhliches Karnevalstreiben vor der tropischen Kulisse von Goa. Ähnlich wie beim rheinischen Karneval die Tollitäten ergreift in Goa als Herrscher für die Karnevalstage der legendäre “King Momo” die Regentschaft und insbesondere in den vier Zentren Goas Panjim, Margao, Vasco und Mapsa sind die Straßen erfüllt von Lebensfreude und farbigem Treiben.
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Den Besucher erwarten Umzüge mit Kapellen, Tänzern und Festwagen. In spontanem Staßentheater werden Prominente verulkt, abends vergnügt man sich auf Bällen. Mancherorts finden als Relikt der portugiesischen Vergangenheit unblutige Stierkämpfe statt. Eine amüsante Mischung aus europäischem Kolonialerbe und indischem Ambiente und Lebensgefühl.
Nagaur Fair
Großer Viehmarkt und Volksfest von Nagaur in Rajasthan, auf halbem Wege zwischen Bikaner und Jodpur. Natürlich geht es hier zunächst um den An- und Verkauf von Kamelen, Pferden und Rindern. Aus ganz Rajasthan ziehen die verwegen gewandeten Händler mit ihren bunten Turbanen herbei. Heftig wird in den Dünen vor allem um die teils reich geschmückten Kamele gefeilscht. Der Viehmarkt ist zugleich ein farbiger Basar für alle Arten von Handwerk.
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Aber auch das Vergnügen kommt nicht zu kurz. Kamel- und Pferderennen sowie unblutige Stierkämpfe sorgen für spannenden Zeitvertreib. Abends gibt es ein vielfältiges Programm mit Volksmusik, -theater und Tanz. Eine vergnügliche Gelegenheit, das ländliche Indien kennenzulernen.
Tanz Festival
Großes einwöchiges Tanzfest an den berühmten Tempeln von Khajuraho. Wundervolles Tanzereignis vor der traumhaften Kulisse des strahlend erleuchteten Vishwanatha (Shiva) und Chitragupta (Sonnengott Surya) Tempels. Die besten Tänzerinnen und Tänzer aus allen Teile Indiens präsentieren einen Querschnitt durch die klassischen Tänze Indiens, angefangen von den lyrischen Tänzen des Odissi über den hochstilisierten Bharathanatyam, den Kuchipudi mit seiner schnellen rhythmischen Fußarbeit, den Tempeltanz des Manipuri bis zum Maskentanz des Kathakali.Parallel dazu findet ein Kunstmarkt statt. Ein bezauberndes Ereignis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
Elefanten Festival
Das Elefanten-Festival von Jaipur in Rajasthan ist eine Hommage an die beliebten Dickhäuter, bei der gleichzeitig der elefantenköpfige Gott Ganesha verehrt wird. Das Fest beginnt mit einer Prozession, an der neben Elefanten auch Kamele und Pferde teilnehmen.
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Ohne Zweifel sind die Elefanten die Stars, die mit schön bemalten Köpfen und Rüsseln, herrlich dekorierten Stoßzähnen, farbenprächtigen Gewändern und reich mit Schmuck geziert majestätisch einherschreiten. Manche Elefantendamen tragen wie die Rajastan-Frauen Ketten mit Glöckchen an den Füßen und machen mit jeden Schritt “Musik”. Ein wirklich ergötzlicher Anblick. Die am schönsten herausgeputzten Elefanten werden mit einem Preis geehrt. Volkstänzer und Musikanten geben ihr Bestes zur Unterhaltung der Zuschauer. Elefanten-Polo und Elefanten-Rennen im Chaughan-Stadion von Jaipur bilden ein weiteres Highlight.
Der Gipfel des Vergnügens aber ist das Tauziehen zwischen Dickhäutern und einer Gruppe von starken Männern. Zum Schluss können die Besucher die Elefanten besteigen und mit Farbe werfend “Holi spielen”, denn zeitgleich wird auch das Holi-Fest gefeiert. Ein amüsantes Spektakel, das sich bei Touristen großer Beliebtheit erfreut.
Holi
Das Frühlingsfest, Fest der Farben und Fest zu Ehren von Krishna in Gesamtindien. Besonders enthusiastisch im Gebiet von Mathura/Nordíndien und den Dörfern der Umgebung gefeiert, wo Krishna seine Spuren hinterlassen hat. Holi ist Leben, Wärme, Frühling, aber auch Rausch und freudige Extase. Es lebt von Hunderten von Legenden und phantastischen Geschichten über Krishna und seine Gopi-Gespielin Radha, die im Fest nachvollzogen werden.Die Menschen ziehen in Scharen zum Tempel der Liebe von Radha und Krishna. Freudenschreie und Lustjauchzer branden jedesmal auf, wenn die Priester für Sekunden den Vorhang wegziehen und der Blick auf die Götterstatuen frei wird.
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Am nächsten Morgen ziehen Paare, als Radha und Krishna verkleidet, händchenhaltend und Lieder singend durch die Dörfer. Am Nachmittag kehrt sich das Bild dramatisch um. Auf den Straßen toben wilde, orgiastische Farbschlachten, vor denen sich der Besucher in Acht nehmen sollte. Andernorts geht es lieblicher zu und es regnet Unmengen von Blüten. Holi hat aber auch einen dunklen Mythos, etwa die Geschichte mit der bösen Hexe Holika.
Riesige Freudenfeuer werden angezündet zum Gedenken an ihre Verbrennung. Holi ist selbst für Indien ein Fest ohne Beispiel, einzigartig und unvergleichlich.
Teej Festival
Ein anmutiges Frauenfest in ganz Indien, Fest der Schaukeln. Das Fest wird vor allem in Rajasthan groß gefeiert. Zum einen ist es Shiva und Parvati gewidmet. Prächtig in rote Saris gekleidet huldigen die Frauen den Gottheiten und bitten, ähnlich wie beim Gangaur-Fest, um ein lang andauerndes Eheglück. In Jaipur wird ein Idol von Parvati ausgehend vom Stadtpalast in einer Prozession auf einem Wagen durch die Straßen geführt. Geschmückte Elefanten, Pferde und Kamele, Musiker und Tänzer geben ihr ein festliches Geleit.
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Mit dem Teej-Fest wird zudem der Monsun begrüßt, der dem stets unter Trockenheit leidenden Rajasthan den segenspendenden Regen bringen soll. Vor allem auf dem Lande hängen von den Bäumen mit Blüten und Blättern dekorierte Schaukeln, an denen sich junge Mädchen singend vergnügen. Insgesamt ein sehr anmutiges Fest. Überall herrscht eine fröhlich-ausgelassene Stimmung, die sich auch auf den Besucher überträgt.
Dussehra / Durga Puja
Eines der größten Feste Indiens, mit dem symbolisch der Triumph des Guten über das Böse zelebriert wird. Gefeiert werden die glorreichen Taten von Gott Rama und der Göttin Durga, wobei jeweils verschiedene mythologische Begebenheiten im Hintergrund stehen.In Nordindien denkt man dabei vor allem an den Sieg des Gottes Rama über den zehnköpfigen Dämonenkönig Ravana, der seine Gemahlin Sita nach Sri Lanka entführt hatte. Diese Geschichte bildet den Kern des Götter- und Heldenepos “Ramayana”. An vielen Orten gibt es Aufführungen von Szenen aus dem Ramayana, die “Ramlila”, und große Prozessionen ziehen durch die Straßen. In Delhi verbrennt man auf dem Ramlila-Platz vor dem "Roten Fort" Riesenfiguren des Dämons Ravana und seiner beiden Brüder. Eine interessante und farbenprächtige regionale Variante gibt es unter dem Namen “Kulu Manai” im Kulu-Tal der Himalaja-Vorberge. Bildnisse lokaler Gottheiten aus verschiedenen Nebentälern werden auf Tempelwagen in Prozessionen nach Kulu gebracht, wo sie vor dem Tempel von Raghunathji, einer Manifestation von Rama, zusammentreffen. Diese Versammlung der Götter symbolisiert nichts anderes als den Aufbruch Ramas und seiner Getreuen in den Kampf gegen Ravana. In Südindien steht dagegen der Sieg der Göttin Durga, der Gattin Shivas, über den Büffel-Dämon Mahiasura im Vordergrund.
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Ein überwältigendes Schauspiel bietet sich in Mysore, wo der märchenhafte Palast des Maharadschas von unzähligen Lichtern erstrahlt.Hier startet eine prunkvolle Prozession mit festlich geschmückter Elefanten, Tänzern und Musikanten, die die ganze exotische Pracht Indiens entfaltet. Speziell an Durga gerichtet sind auch die Festlichkeiten in Begalen, vor allem in Kalkutta, wo sie als machtvolle Muttergottheit “Shakti” verehrt wird. Überall in der Stadt errichtet man Tausende von teils riesigen Statuen der Gottheit, wie sie den Dämon vernichtet, sog. “Pandals”, vor denen Priester Pujas zelebrieren. Die ganze Nacht über pilgern Gläubige durch die strahlend erleuchtete Stadt zu den Pandals, um Durga zu huldigen. Allgemein herrscht Ausnahmezustand und die Stadt versinkt im religiösen Taumel. Büffel, die den Dämon Mahiasura symbolisieren sollen, werden geschlachtet und danach der Göttin als Opfer dargebracht.
Als Abschluss tragen Gläubige die Bildnisse der Göttin zum Fluss, um sie dort zu versenken. Ein grandioses und aufregendes Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.
Sonepur Fair
Großer Viehmarkt und Volksfest von Sonepur in Bihar. Die Harihar Chetra Mela (Sonepur-Mela) ist uralt und ihr Ursprung verliert sich im Dunkel der Geschichte. Sie gilt als einer der größten Jahrmärkte Indiens und als der größte Viehmarkt Asiens, der früher sogar Händler aus Zentralasien angelockt hat. Eine schier unglaubliche Zahl von Rindern und anderen Arten von Haustieren werden hier zum Kauf angeboten. Dazu gesellt sich ein überwältigendes Angebot von Waren aller Art und vielfältige Darbietungen indischer Volkskunst. Der Festort ist auch eine Stätte voller Spiritualität und religiöser Hingabe. Mit Asche eingeriebene und in farbige Roben gekleidete Sadhus ziehen in einer langen Prozession vorbei. Scharen von Gläubigen nehmen in den Wassern des Gandak ein reinigendes, heiliges Bad, bevor sie zum Harihar Nath Tempel ziehen, der einst von Lord Rama selbst errichtet worden sein soll. Danach widmen sich die Besucher den unzähligen Vergnügungen, die auf dem riesigen Jahrmarkt auf sie warten. Die besondere Attraktion sind jedoch die Elefanten, die hier in großer Zahl zum Kauf angeboten werden. Man kann zuschauen, wie die Elefanten von ihren Wärtern ausgiebig gebadet werden und die Dickhäuter dabei vor Vergnügen ohrenbetäubend laut trompeten. Danach machen sich wahre Künstler daran, sie mit dekorativen bunten Mustern zu bemalen. Ein einzigartiges Schauspiel, das man nirgendwo sonst erleben kann.