Wichtiges und Wissenswertes über Georgien
Allgemeines
Georgien ist fast doppelt so groß wie die Schweiz, hat aber mit rund 5,6 Mio. (davon 1,2 Mio. in der Hauptstadt Tiflis) dennoch weniger Einwohner.

Lage
Georgien liegt in Vorderasien. Die großräumliche Lage Georgiens ist dadurch gekennzeichnet, dass sich das Land im Spannungsfeld verschiedener Einflüsse befindet.
Aus kontinentaler Sicht liegt Georgien zwischen Europa und Asien. Das Land findet seine Grenzen zwischen dem Großen und Kleinen Kaukasus, zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer.
Politisch und Ethnisch wird Georgien durch die Lage zwischen der christlichen und der moslemischen Welt bestimmt.
Heute nicht mehr existent, aber aus der Geschichte her bis heute von Bedeutung ist die Lage am Rand der Sowjetunion als der südlichste Ausläufer der UdSSR.

Klima
Der Westteil Georgiens ist warm und subtropisch-feucht, im Osten herrscht eher trockenes gemäßigtes Klima.
Der Kaukasus schützt Georgien vor Kaltluftwellen aus dem Norden und erlaubt dem Schwarzen Meer, das Land zu erwärmen. Die Klimazonen reichen von einem subtropisch-feuchten Klima im Westen bis hin zu einem trockenen und gemäßigten Kontinentalklima im Osten. Die durchschnittliche Lufttemperatur schwankt zwischen 15 °C im West- und 11-13 °C im Ostteil. Der Frühling in Georgien ist kurz mit abrupten Klimaschwankungen, der Sommer oft sengend heiß. Der Herbst ist sonnig-warm, der Winter schneearm.

Einreisebestimmungen
Die Visabestimmungen für die Einreise von Bürgern der EU nach Georgien haben sich im Sommer 2005 erfreulicherweise geändert. War bislang ein kostenpflichtiges Visum zur Einreise notwendig, so können nun alle Bürger der EU, also auch deutsche Staatsbürger, ohne Visum ins Land einreisen.
Wer allerdings länger als 90 Tage in Georgien bleiben will, braucht weiterhin ein entsprechendes Visum.
Weitere Informationen erhalten Sie bei der georgischen Botschaft in Berlin.
Deutsche Staatsangehörige benötigen ein Visum zur Einreise nach Georgien. Eine Einladung aus Georgien ist grundsätzlich nicht erforderlich. Das Visum kann auch ohne persönliche Vorsprache auf dem Postwege beantragt werden. Hierfür ist ein Reisepass erforderlich, der bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist. Bei Einreise
auf dem Landweg über die Türkei können Visa bei den georgischen Konsulaten in Istanbul (Tel. +90-212-244-2626) oder Trabzon (Tel. +90-462-326-2226) beantragt werden. Eine Visaerteilung an den Grenzübergängen Sarpi und Wale
ist nach wie vor -nicht- möglich, außer für türkische Staatsangehörige. Eine Einreise auf dem Landweg über Russland ist selbst mit gültigem georgischen Einreisevisum nicht möglich.
Zeitverschiebung
Mitteleuropäische Zeit (MEZ) + 3 Stunden.
Sprache
Die Staatssprache ist Georgisch, daneben Russisch und zunehmend Englisch als Fremdsprache.
Darüber hinaus werden in Georgien 23 Sprachen aus sechs verschiedenen Sprachfamilien gesprochen. Zu den wichtigsten gehören Aserbaidschanisch, Armenisch, Abchasisch, Ossetisch und Russisch.
Stromspannung
Das Stromnetz arbeitet nach den gleichen Standards wie in Deutschland. Sie können flache zweipolige Stecker verwenden. Die Netzspannung liegt bei 220 Volt, die Frequenz bei 50 Hz.
Denken Sie aber daran, dass es gerade im Winter zu mehrstündigen Stromabschaltungen kommen kann.
Entsprechend sind Akkurasierer und Laptops mit Pufferung zu empfehlen.
Telefon/Post
In Tbilissi gibt es viele Internetcafes und der Computer mit Internetanschluss gehört mehr und mehr zur Standardausstattung vieler Familien. Andere Städte holen langsam auf, so Rustawi, Kutaissi, Batumi. In den ländlichen Gegenden sollte man derzeit noch auf Internet und E-mail verzichten können.
Roaming funktioniert für deutsche Mobilfunknetze problemlos. Wer länger in Georgien bleibt, sollte sich eine georgische Handynummer bei Magti oder Geocell besorgen und kann sein Guthaben bequem mit Prepaidkarten auffüllen.
Die Vorwahl nach Georgien: 00995; die Vorwahl nach Deutschland: 0049
Feiertage
Gesetzliche Feiertage sind 1.1. (Neujahr), 7.1. (orthodoxes Weihnachtsfest), 19.1. (orthodoxe Epiphanie -Taufe Jesu), 3.3. (Muttertag), 8.3. (Internationaler Frauentag), 9.4. (Tag der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Georgiens), 9.5. (Siegestag), 12.5. (St.-Andreas-Tag), 26.5. (Unabhängigkeitstag), 28.8. (Mariamoba, orthodoxer Mariä Himmelfahrtstag), 14.10. (Mzchetoba, georgisch-orthodoxes Fest) und 23.11. (Giorgoba, St.-Georgs-Tag). Das orthodoxe Osterfest ist beweglich und ebenfalls ein gesetzlicher Feiertag ( 2007: 8. April).

Kleidung
In Georgien kleidet man sich konservativ und relativ elegant. Männer legen einen großen Wert auf einen tadellosen Haarschnitt, auf die Rasur und auf gute und saubere Schuhe. Frauen bedecken in Kirchen ihren Kopf mit einem Tuch oder Schal und tragen dort möglichst keine Hosen. Zu freizügige Kleidung wird vor allem in den Bergregionen als unangenehm empfunden.
Impfungen
Vorgeschriebene und empfohlene Impfungen gibt es nicht. Vor einer Reise nach Georgien sollte aber erforderlichenfalls der Impfschutz gegen Diphterie, Polio und Tetanus aufgefrischt werden. Als weitere Schutzimpfung wird die Hepatitis-A- und B-Impfung empfohlen. Bei Trekking-Reisen sollte auch Impfschutz gegen Tollwut erwogen werden. Ständig benötigte Medikamente und die übliche Reiseapotheke (Schmerz-, Durchfall-, Erkältungsmittel, Salben gegen Insektenstiche etc.) sollten mitgebracht werden. Im Sommer besteht aufgrund der höheren Temperaturen und der mit mehr Öl als in Deutschland zubereiteten Speisen ein leicht erhöhtes Risiko von Durchfall- erkrankungen. Wegen der zunehmenden Häufigkeit von Tuberkuloseerkrankungen in Georgien kann ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für Reisende nicht ausgeschlossen
werden. Sonstige besondere Erkrankungsrisiken sind nicht bekannt. Empfehlungen hinsichtlich zu meidender Speisen bestehen nicht.
Krankenversicherung
Es gibt zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Georgien kein Abkommen zur Krankenversicherung. Dies bedeutet, daß die Anforderungsscheine für einen Krankenbehandlung im Ausland nicht gelten. Für die Kosten einer Behandlung muß man in der Regel selbst aufkommen.
Zu diesem Zweck bieten viele Krankenkassen allerdings eine recht preiswerte private Zusatzversicherung an, mit der man in diesem Falle versichert ist. Sollten Kosten für eine Behandlung oder einen Krankentransport anfallen, so
können Sie die Rechnung nach Ihrer Rückkehr bei der Versicherung einreichen und bekommen sie nachträglich erstattet.
Währung & Umtausch
Die Landeswährung ist der Lari (GEL). Ein Lari sind 100 Tetri.
Die beliebtesten Währungen sind US-Dollar und die Euro, die man problemlos umtauschen kann. Andere Währungen werden nur von den Banken akzeptiert.
Für die Fahrten in Landesinnere, besonders in die Bergregionen sollte man
ausreichend Lari mitnehmen, weil die anderen Währungen nicht gefragt sind. Geld- und Kreditkarten werden bisher in den großen Hotels akzeptiert. Am beliebtesten sind VISA und Mastercard, unter den Traveller Schecks Thomas Cook und American Express. Einige Banken sind seit kurzem an das internationale Geldkartensystem angeschlossen und verfügen über Bankautomaten; unter ihnen die Absolutbank, die Intellectbank, die Tbilcredditbank und die Tbilcombank.
Geldüberweisungen sind über Western Union und einige Banken möglich. Die Landeswährung, der georgische Lari darf weder ein- noch ausgeführt werden. Es gibt in Tiflis Geldautomaten, die jedoch nicht 100%ig arbeiten. Die
Reisekasse sollte aus US-Dollar oder Euros, nicht zu kleiner Stückelungen bestehen. Geldwechsel ist in Banken (in Tiflis auch in Wechselstuben) möglich, es werden oft Gebühren für die Anzahl der Scheine erhoben.
1 US$ = ca. 1,77 GEL 1 Euro = ca. 2,38 GEL

Essen und Trinken
Für die Georgier ist jeder Gast “ein Geschenk Gottes”. Das ungeschriebene Gesetz gestattet es, Konflikte an jedem beliebigen Ort auszutragen, nur nicht im eigenen Hause. Die Gastfreundschaft der Georgier ist offenherzig, das dem Gast geschenkte Vertrauen uneingeschränkt. Bis vor nicht allzu langer Zeit brauchte der Reisende, wenn er nachts in ein Dorf gelangte, wo ihn weder Verwandte noch Bekannte erwarteten, nicht mehr zu tun, als ein einziges Wort zu rufen: “Maspindselo!” (dt. Hausherr, Gastgeber) Dieses Wort verfügte über magische Zauberkraft. Kaum war es verhallt, öffnete sich die Tür des Hauses, gingen in Küche und Gästezimmern die Lichter an, und gab es nicht genug Essen zu Hause, lief einer der Familienangehörigen zu den Nachbarn, um sich das Nötigste zu borgen.
Die georgische Küche kennt eine Unmenge von Gerichten und ist, gemessen an der Vielfalt der Auswahl, die abwechslungsreichste im ganzen Kaukasus. Dieser Ruhm, den sich die Georgier zuschreiben, fußt nicht auf nationaler Eitelkeit auf dem Gebiet kulinarischer Kreativität. Vielmehr erlaubt es das Klima, neun Monate im Jahr verschiedene Sorten an frischem Obst, Gemüse, Kräutern und Gewürzen bereit zu halten. Die meistem von ihnen werden getrocknet oder mariniert, so dass insbesondere
die Gewürze außerhalb der Saison in all ihrer Vielfalt zur Verfügung stehen. Ein oft in der Küche genutztes Gewürz ist Koreander.
Verhalten/Sicherheit
Bei Aufenthalten in Tiflis und anderen größeren Städten sollten Reisende die selben Sicherheitsvorkehrungen beachten, die auch in Deutschland angewandt werden, d.h. besondere Vorsicht auf Märkten und bei Menschenansammlungen
(Taschendiebstähle), Meidung verlassener Straßen und Parks bei Dunkelheit, etc.. Beim Besuch entlegener Gegenden ist für Reisende ohne georgische oder russische Sprachkenntnisse sprach- und ortskundige Begleitung zu empfehlen. In Swanetien und anderen entlegenen Bergregionen wird vom Zelten abgeraten. Die schlechten
Straßenverhältnisse und die von westeuropäischen Verkehrsgewohnheiten ab- weichende Fahrweise bedeuten eine erhöhte Unfallgefahr im Straßenverkehr.
Beste Reisezeit
Die besten Reisezeiten sind April bis Juni sowie September und Oktober. Der Hochsommer ist wegen der großen Hitze weniger angenehm. Auch die Wintermonate sind wegen der in den meisten Gebäuden unzureichenden Beheizungsmöglichkeiten und der unzureichenden Stromversorgung weniger zu empfehlen.
